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Künstler des Monats Februar 2012 Fritz Bleichert

Verfasst von Ivo Haarmann am Montag, 30 Januar 2012. Veröffentlicht in Ausgezeichnete Künstler

Jeden Monat küren wir einen herausragenden Künstler - diesmal: Fritz Bleichert

Künstler des Monats Februar 2012 Fritz Bleichert

Diesen Monat küren wir Fritz Bleichert zum Künstler des Monats Februar.

Kunst zu beschreiben ist nie ganz einfach - doch diesmal fällt es mir besonders schwer... Dennoch wird der Versuch gewagt das Wesentliche und den Kern des künstlerischen Schaffens von Fritz Bleichert zu erfassen und wiederzugeben. Ich möchte besonders die folgenden zwei Punkte hervorheben, die mich persönlich angesprochen und gefesselt haben.


1. Bilder mit Persönlichkeit und Charakter:

Kunst als kreative Ausdrucksweise ist umso perfekter - je typischer ein eigener Kunststil erkennbar und ausgeprägt ist. Ein hoher Wiedererkennungsgrad deutet auf die Einzigartigkeit eines Künstlers hin. Kunstwerken derart seinen eigenen Stempel aufzudrücken, das kein anderer Künstler dieser Welt etwas Vergleichbares schafft - ich glaube diese Fähigkeit zeichnet den Künstler Fritz Bleichert in besonderem Maße aus. Ich behaupte nun einen echten "Bleichert" wegen seiner Eindeutigkeit und Markanz erkennen zu können. Diese Tatsache allein für sich stehend ist eine Würdigung und Auszeichnung wert.

Die eigentliche Fesselung und Kraft-Entfaltung entsteht aber primär durch eine ganz andere Qualität!

2. Naive Vollendung oder Vollendete Naivität

Beim Betrachten der Kunstwerke und dem Ringen nach den richtigen Begriffen stieg immer wieder ein Begriff in mir auf; der glaube ich das künstlerische Schaffen von Fritz Bleichert annähernd gut beschreibt - der Begriff der Naivität. Oftmals wird dieser Begriff in einem negativen Zusammenhang verwendet. In diesem Kontext möchte ich ihn aber ausschließlich in seiner positiven Bedeutung nämlich der Ursprünglichkeit, der Rückbesinnung auf Einfachheit, Klarheit und Reinheit verwenden. Gepaart mit einer positiven Grundstimmung einer Harmonie und Freude in seinen Werken, die durch ausgeprägte und farbenfrohe Charaktere untermalt wird, schwingt sich dieses Gefühl langsam aber unaufhaltsam und eindringlich beim Betrachter ein.

Wahre Künstler entwickeln irgendwann den Drang sich auf das Ursprüngliche zurückzubesinnen. Mit wenigen Pinselstrichen eine Prägnanz und Eindeutigkeit zu schaffen. So erinnert die Kunst und die künstlerische Entwicklung von Fritz Bleichert stark an Pablo Picasso, der trotz malerischer Perfektion sich immer wieder der Herausforderung der naiven Malerei gestellt hat. Das meines Erachtens so interessante und anziehende an den Kunstwerken von Fritz Bleichert ist aber letzendlich die ebenso ausgeprägte Vollendung und Beherrschung dieser Stilrichtung und innere Ausgeglichenheit, die man erlangen muß um derartige Reinheit und Ausdruckstiefe ausbilden zu können und vermittelbar zu machen.

Einhergehend mit der Naivität wirken die eingestellten Kunstwerke auf eine ganz besondere Art und Weise. Es wirkt Ihre Ursprünglichkeit - lenken Sie nicht mit Schnörkeleien oder Ähnlichem ab vom Geschehen oder einer Szene. Man kann sich Voll und Ganz auf dessen Wirkung einlassen - ohne das dabei ein Widerstand zwischen Betrachter und Kunstwerk entsteht - die positive Stimmung kann so voll zur Wirkung kommen. Bei mir ganz persönlich erzeugt sie das Gefühl der Ausgeglichenheit. Eine innere Ruhe entwickelt sich - umso stärker ist diese - je länger man die Werke betrachtet.

Wir laden Sie ein die Kunstwerke des Künstlers in seiner Kunstgalerie zu bestaunen.

 

zur Online Kunstgalerie von Sabrina Seck

 

Der Künstler Fritz Bleichert

 


Wie immer haben wir 10 Fragen zusammengestellt, die wir dem Künstler gestellt haben, um einen Einblick in Ihr Wesen und Ihr Schaffen zu bekommen. Fritz Bleichert war so freundlich uns ein Exklusiv-Interview zu geben, welches wir hier wiedergeben möchten:

1. Wie kamen Sie zur Malerei? (Gab es ein Schlüsselerlebnis oder ist es Ihnen ein inneres Bedürfnis. Seit wann malen Sie)
Ich male seit meinem 11. Lebensjahr. Gustav Müller, mein Kunstlehrer war damals der Auslöser mich mehr für kreatives Gestalten zu interessieren. Bei Ihm lernte ich damals bereits die verschiedensten Techniken wie Zeichnen, Hinterglasmalerei, Arbeiten mit Draht und Blech, Holzschnitt, Mosaik, Malerei und vieles mehr.

2. Welchen Stellenwert nimmt die Kunst in Ihrem Leben ein? Malen Sie eher für Sich oder für Andere?
Beides.

3. Sie haben sich für den Kunststil Expressionismus in der Darstellung ihrer Motive entschieden, warum bevorzugen sie diesen Stil und was beutetet diese Ausdrucksart für Sie?
Ich male für mich um meinen Gedanken,  Erinnerungen und Gefühlen nachzuspüren. Wichtig ist mir aber auch andere daran teilhaben zu lassen. Sie hinzuführen sich selbst zu spüren und zu achten. Auf den Menschen gegenüber einzugehen, sich nicht nur mit deren Fassade zu beschäftigen. Wichtig ist mir dahinter zu sehen. Daher auch die Wahl der expressiven Ausdrucksweise in all meinen Techniken. Genügend Freiraum soll dem Betrachter bleiben sich selbst und andere, - anders  zu finden. Ich wünsche mir mehr Toleranz in unserer Gesellschaft.

4. Welche Inspiration brauchen Sie beim Malen? (Malen Sie aus einer Stimmung, einer Situation oder einem Erlebnis heraus)
Ich zeichne sehr viel, immer und überall. Immer ist der Zeichenstift dabei. Als Unterlage muss von der Einladung über die Serviette, bis zur Papiertischdecke alles herhalten. Manchmal tut´s auch ein Skizzenbuch, wenn es dann dabei ist.´ Aus solchen "Kaffeehausskizzen" entstehen dann, durch oftmals neue Zusammensetzungen, meine Bilder/Werke.

5. Wie entwickeln sie Ihre Motive? Erzählen sie uns bitte etwas über den Entstehungsprozess und die Auswahl ihrer Motive.
Die vielen, vielen Skizzen werden gescannt im PC archiviert. Durch gewisse Aufgabenstellungen, Einfälle, Themenstellungen oder aktuelle Dinge die mich gerade beschäftigen, oft auch aufregen, werden dann diese Gedankensplitter in Bildern kombiniert, zusammengestellt und als meine  Aussage zum Thema dargestellt.

6. Können Sie uns die verwendete Maltechnik und Farbauswahl Ihrer Kunstwerke näherbringen?
Mit der  expressiven Darstellung möchte ich aufmerksam machen. Leichte Übertreibung,  in Form und Farbe soll dem Betrachter genügend Freiraum für seine Interpretation lassen. Für mich ist es mein momentaner, emotionaler Einblick in die Situation und deren Umsetzung.

7. Was unterscheidet Ihre Kunst / Techniken von anderen Künstlern?
Ich möchte den Betrachter auffordern, Mut machen sich seinen Gefühlen zu stellen, sich mit seinem Innersten auseinander zu setzen. Das was der offene Betrachter sieht ist immer der Spiegel seiner Gefühle, seiner Geschichte. Ich kann dafür nur einen Spiegel  anbieten.

8. Sie haben eine neue Technik – MAKU-ART - entwickelt, können sie uns diese näherbringen?
Die Idee der MAKU-Art entstand bei mir vor ca. 6 Jahren in der Zusammenarbeit mit 2 Druckereien. Ich denke die Maku-Art als solches ist nicht neu. Die dort verwendeten Andrucke, Fehldrucke, meist auf gutem Papier, sind hervorragende Untergründe für neue kreative Ausdrucksformen.
Das Interessante ist es die Untergrundgestaltung teilweise mit zu nehme, sich inspirieren zu lassen, um  neue Wege zu finden. Dabei ist der Untergrund soweit aufzulösen, dass dessen Grundbedeutung verschwindet aber Unterbau und Inspiration für das Neue ist. In den letzten Jahren habe ich das immer wieder gern mit Künstlerkollegen in Workshops ausprobiert.

9. Welches Ihrer eigenen Kunstwerke bedeutet Ihnen persönlich am Meisten und warum?
Immer das letzte Werk, weil es aus dem aktuellen Schaffensprozess entsteht. Das was mich heute und jetzt umtreibt.

10. Wenn Sie sich drei Kunstwerke aller Museen dieser Welt für Ihre Räumlichkeiten / Wohnung aussuchen könnten - welche wären es?

es wären die folgenden drei Kunstwerke:
a. Pablo Picasso die Geliebte
b. Ernst Ludwig Kirchner Flaneure
c. Henry Moore Reclining Figure


Hier sehen Sie einen Auszug von Kunstwerken, die uns besonders angesprochen haben.

1. Kunstwerk - Blonder Traum:

BLONDER TRAUM

 


2. Kunstwerk - Abendmahl:

 

Abendmahl

 


3. Kunstwerk - Im Kaffee II:

Im Kaffee

 


 

 


 

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Kommentare (2)

  • Eggstein

    Eggstein

    20 Februar 2012 um 14:07 |
    Hallo Fritz ,
    Gratulation zum Künstler Januar 2012 ! Chapeau ! Bin Stolz so einen TOP- Künstler im Kunstverein-Art-Baden-Baden e.V. zu haben. Herzliche Grüße Andreas

    antworten

  • henry stegemann

    henry stegemann

    03 Dezember 2012 um 09:07 |
    Hallo Herr Bleichert,

    Ihr Malstil gefällt mir.

    Viel Erfolg wünscht

    Heny-stegemann.net

    antworten

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